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Erlebnisbericht von Petra Graf

Die junge Lehrerin Petra Graf verbrachte 1999 einige Zeit in der Kinderkrippe. Hier ihr persönlicher Bericht.

Oktober 1999:

An dem Busbahnhof in Recife wurde ich von Herrn Lisboa abgeholt, der mich in die Kinderkrippe; „Lar das crianças Montalegre“ brachte. Die Familie Lisboa verwaltet in Brasilien dieses Hilfsprojekt und beherbergte mich während meiner Arbeitszeit in der Krippe.

Tagesrhythmus:

Es ist Montag Morgen ca. 7.00 Uhr. Die Kinder, zwischen zwei- und sechsjährig, werden von den Eltern, Geschwister oder Freunden in die Krippe gebracht. Montags bringen die Kinder immer Esswaren mit. Ein Kind bringt zum Beispiel 5 Kartoffeln, ein anderes vielleicht 10 Pack Milchpulver, jeweils das, was die Erzieherin am Freitag zuvor beauftragte. Es ist ein Beitrag zu den Auslagen, die die Krippe für die Kinder hat. Gegen halb Acht sind alle Kinder eingetroffen und ziehen sich um ( schmutzige z.T. kappute Kleider zum Spielen ). Die Köchin, Aline Gomez da Silva, geht mit den Esswaren der Kinder in die Küche und beginnt mit ihrer Arbeit. Da meine Kenntnisse in Portugiesisch sehr beschränkt sind, ziehe ich es vor in der Küche mitzuhelfen, wo ich mich besser mit Händen und Füssen verständigen kann.

Armut, Gewalt und Drogen sind sicher Schlagworte, die auch im Alltag von Familie Silva sowie der Krippenkinder der Tagesordnung angehören

Aline, eine 32 jährige alleinstehende Frau, Mutter zweier Kinder (13 und 15 jährige Töchter) teilt die Nahrungsmittel in Tagesrationen ein für die ganze Woche. Es fehlen ihr noch Grundnahrungsmittel wie Reis und Bohnen. Mit einem sehr bescheidenen Budget kauft sie nun auf dem Markt da Fehlende ein. Um ca. 9.00 Uhr hat sie dne organisatorischen Teil ihrer Arbeit erledigt und beginnt nun das „z‘ Nüni“ vorzubereiten. Oft gibt es Früchte oder eine Art Butterkekse mit einem Glas Milch, es sollte möglichst vitaminreich und gesund sein. Während des Essens sind die Kinder relativ ruhig und es scheint ihnen zu munden. Nach der kurzen pause geht die Küchenarbeit weiter mit Reis kochen, Bohnen zubereiten angereichert mit einer Gemüsesuppe. Manchmal gibt es auch ein bisschen Kartoffelstock oder Spaghetti oder wenig Fleisch ( Poulet oder Würstchen ). Während Aline und ich in der Küche hantieren, werden die Kinder von qwei Erzieherinnen betreut d.h. sie spielen, bsteln, singen, tanzen, und ide älteren Kinder zwischen 5 und 7 jährig weden sogar vorgeschult in Lesen, Rechnen und Schreiben. Vor dem Mittagessen werden die Sprösslinge noch von der Putzfrau geduscht, gekämmt und gepflegt ( z.T. auch medizinisch versorgt ). 12.30 Uhr Mittagszeit! Zuerst wird ein Gebet gesprochen und erst danach geschmaust. Nach der Verpflegung putzen sich die Kinder die Zähne und halten „Siesta“.

Kurz bevor sie von den Eltern abgeholt werden, erhalten die Jungen und Mädchen ein „z‘ Vieri“. So ähnlich habe ich die Krippe zwei Monate jeden Tag erlebt. Besonders in gute Erinnerung ist mir Aline Gomez da Silva, die Köchin. Sie hat mich jedes Wochenende zu sich nach Hause eingeladen und stellt mich ihrer Familie vor. Obwohl die Familie Silva kaum genügend Geld für alle fixen Ausgaben wie Miete, Stromrechnung und Essensgeld verfügt, nahmen sie mich auf wie ein Familienmitglied. Die Gastfreundschaft ist sehr grosszügig.

Armut, Gewalt und Drogen sind sicher Schlagworte, die auch im Alltag von Familie Silva sowie der Krippenkinder der Tagesordnung angehören… Aber genauso gewichtet sind die Wort; Lebensfreude, Güte und Herzlichkeit. Die Zeit in Recife gehört für mich zu einer unvergesslichen Zeit. Ich denke mit Sehnsucht, Fernweh und schönen Erinnerungen an Brasilien zurück. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich herzlich bei Jean-Paul Garot, der mir half diese Projekt zu ermöglichen. Ich kanke auchder Familie Lisboa, die mich in ihrem Haus für diese Zeit aufgenommen hat und der Arbeitsequipe der Krippe, die mich oft unterstützten und engagiert in der Krippe arbeiten.

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