Krippe

Die Kinderkrippe in Recife

Die Kinderkrippe „Lar das Crianças Montalegre“ liegt in einem Vorort
von Recife, im Staate Pernambuco im Nordosten von Brasilien.
Diese Gegend gilt als eine der grössten Elendszonen der westlichen Welt.

Im Rhythmus von wenigen Jahren wird der Nordosten Brasiliens von katastrophalen Dürren heimgesucht. Sintflutartige Niederschläge, die den Dürreperioden folgen, schwemmen die kargen Böden weg. Immer mehr Landbewohner wandern weg und ziehen in die grösseren Städte, da der Boden nicht mehr das Lebensnotwendigste herzugeben vermag. Die meisten Menschen kommen an die Küste nach Recife. Diese Stadt zählt mit seinen Vororten schon weit mehr als zwei Millionen Einwohner. Die Hälfte von ihnen dürften in den Favelas den Armenvierteln wohnen. Die soziale Not ist unglaublich gross.

Zur Zeit werden ca. 60 Tageskinder in der Krippe betreut.
Die Mütter haben jetzt die Möglichkeit, einem Broterwerb nachzugehen.

In Casa Amarela, einem der Vororte Recifes, liegt im hügeligen Gelände die Kinderkrippe „Lar das Crianças Montalegre“. 1975 von der Wahlbrasilianerin mit amerikanischem Pass Doris Stewart gegründet, nahm die Krippe in den ersten 15 Jahren weit über 1000 Kleinkinder auf, die von ihren Eltern verlassen oder ausgestossen wurden. Helferinnen betreuten die Kinder und ein befreundeter Arzt half bei medizinischen Problemen. Für die meisten der Kinder konnten mit der tatkräftigen Unterstützung von Anwälten und Jugendrichtern Adoptiveltern gefunden werden.

Die Mütter vieler Kinder sind Strassenkinder Recifes. Es liegt auf der Hand, dass sie als Strassenkinder keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zu behalten. Sie gaben sie in der Regel zur Adoption frei. Die Kinderkrippe „Lar das Crianças Montalgre“ hat vor einigen Jahren einen Kinderkrippendienst für Kleinkinder eingerichtet. Die Mütter können heute ihre Kinder tagsüber in die Krippe bringen. Sie werden in der Krippe gewaschen, erhalten saubere Kleider und vier reichhaltige Mahlzeiten pro Tag. In Spielgruppen versucht man ihre Entwicklung zu fördern. Die Mütter haben jetzt die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, um so das für das Leben Notwendigste zu verdienen. Sie können die Kinder behalten und müssen sie nicht mehr zur Adoption weggeben. Zur Zeit werden ca. 60 Tageskinder in der Krippe betreut.

Seit den frühen 80er Jahren ist die Krippe mit ihrer Zielvorstellung von der brasilianischen Regierung anerkannt, leider hat die Anerkennug durch den brasilianischen Staat keine finanzielle Besserstellung gebracht. Nach wie vor lebt die Krippe nur von den Spenden einiger Gönner.

In Basel gründete Jean-Paul Garot, Musiker, beeindruckt von der sozialen Not und dem Engagement von Doris Stewart 1982 mit Ronald Wiedemann, Mathematiker und später Frank Lindenmann, Jurist, den Verein „Freunde Las das Crianças Montalegre“. Diese gemeinnützige Verein hat sich das Ziel gesteckt, diese Kinderkrippe auszubauen und vor allem finanziell abzusichern. Der Verein deckt mit seinen circa 160 Gönnern etwa 70% der finanziellen Aufwendungen der Kinderkrippe. Jedes Jahr werden etwa 30’000 -35’000 Franken nach Brasilien überwiesen. Die Hälfte dieses Geldes sind Spenden, die andere Hälfte wird durch Aktivitäten des Vereins in Basel und Umgebung zusammengebracht. Zu diesen Aktivitäten zählt ein klassisches Weihnachtskonzert, sowie weitere musikalische Veranstaltungen.

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